Landesamt für Wildtiermanagement: Grenzüberschreitende Zusammenarbeit
Halsbandsender von Wölfen liefern Daten, um Wanderrouten, Verhalten und Lebensräume des Wolfes in verschiedenen Gebieten zu erforschen
BOZEN (LPA). Der Nationalpark Belluneser Dolomiten, die Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Sassari auf Sardinien und die Verwaltung der Provinz Belluno führen derzeit eine Studie zum Verhalten der Wölfe unter Einsatz von Funkhalsbändern mit Globalem Positionsbestimmungs-System GPS durch. Das Landesamt für Wildtiermanagement der Landesabteilung Forstdienst wurde im Rahmen der überregionalen Zusammenarbeit über die letzten Bewegungen der mittlerweile drei besenderten Wölfe informiert. Wie in einer Pressemitteilung des Parco Nazionale Dolomiti Bellunesi mitgeteilt, sind derzeit drei Wölfe mit einem Senderhalsband ausgestattet, wobei einer dieser Wölfe zeitweise auch auf Südtiroler Gebiet unterwegs war, und zwar in der Nähe von Innichen und von Lappach; er wanderte anschließend ins Zillertal weiter, wo er sich heute noch aufhält. Junge Tiere beginnen ihre Wanderungen meist im zweiten Lebensjahr und legen auf der Suche nach einem neuen Revier in kurzer Zeit oft große Entfernungen zurück.
"Der Austausch von Daten und wissenschaftlichen Informationen zwischen den für den Schutz der Wildtiere zuständigen Stellen ist ein wichtiges Instrument, um den Bestand des Wolfes und sein Zusammenleben mit den menschlichen Aktivitäten zu beobachten", unterstreicht Landesforstdirektor Günther Unterthiner: "Nur wenn wir das Verhalten und die Verbreitung der Wölfe kennen, können wir auch mit ihrer Präsenz umgehen."
Derzeit wird ein zweiter vom Landesamt für Wildtiermanagement besenderter Wolf in Südtirol beobachtet, auf Grundlage des mit Dekret vom 21. August des vergangenen Jahres genehmigten wissenschaftlichen Programms zur Besenderung von Wölfen, berichtet Landesforstdirektor Unterthiner: "Ende Mai wurde ein junger Wolf im Gadertal mit einem GPS‑Halsbandsender versehen, um seine Raumnutzung und sein Verhalten systematisch zu dokumentieren, auch um gezielt darauf reagieren zu können. Die gewonnenen Bewegungsdaten ermöglichen zudem eine kontinuierliche Beobachtung des Tieres und werden bei Bedarf auch mit den angrenzenden Regionen und Ländern ausgetauscht, um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Wolfsmanagement zu stärken."
mac