Kultur als verbindende Kraft

10.06.2026, 08:50

Landeskulturbeirat bespricht Vorschläge zur Entwicklung von strategischen Leitlinien in der Kulturarbeit in Südtirol

Am 9. Juni hat sich der Landeskulturbeirat mit Vertretungen der Kulturbeiräte aller drei Sprachgruppen zum zweiten Mal in Bozen getroffen, und zwar im Repräsentationssaal des Südtiroler Landtages. (Foto: LPA/Ressort Landesrat Alfreider/Bruno Benedetto)
Am 9. Juni hat sich der Landeskulturbeirat mit Vertretungen der Kulturbeiräte aller drei Sprachgruppen zum zweiten Mal in Bozen getroffen, und zwar im Repräsentationssaal des Südtiroler Landtages. (Foto: LPA/Ressort Landesrat Alfreider/Bruno Benedetto)

BOZEN (LPA). Die kulturelle Arbeit in Südtirol weiterzuentwickeln und zu fördern: Dies ist das Ziel des Landeskulturbeirates, der dieses Anliegen bei einer Sitzung am 9. Juni vertieft hat. Für die Erarbeitung von strategischen Leitlinien für die Kulturarbeit in Südtirol waren bereits im Vorfeld Vorschläge und Anregungen gesammelt worden und wurden nun bei der Sitzung gebündelt und nach Schwerpunkten geordnet. Besprochen wurden Themenbereiche wie Ehrenamt, Monitoringstelle, interkulturelle Zusammenarbeit, Fair Pay. Nun geht es um die Erarbeitung umsetzbarer Maßnahmen innerhalb dieser Legislatur.

"Kultur und Bildung sind zentrale gesellschafts-, demokratie- und kulturpolitische Instrumente, die den Zusammenhalt stärken und soziale Brüche überwinden helfen können", unterstreicht Landesrat Philipp Achammer: "Junge Menschen sollen stärker in kulturelle Prozesse eingebunden, ihre Ideen aufgegriffen und ihre aktive Mitgestaltung gefördert werden. In herausfordernden Zeiten müssen Begegnungsräume geschaffen und gestärkt werden, damit Menschen unterschiedlicher kultureller Hintergründe miteinander in Austausch treten können. Kultur kann als verbindende Kraft dazu beitragen, eine offene, inklusive und solidarische Gesellschaft zu stärken. Analoge Räume und persönliche Begegnungen sollen bewusst gefördert werden. Ein freies, vielfältiges und barrierefreies kulturelles Geschehen muss für alle zugänglich sein. Bestehende kulturelle Initiativen sollen gestärkt und neue Formate entwickelt werden, sowohl in den Städten als auch in den Peripheriegebieten."

Dies, betont Landesrat Marco Galateo, sei ein sehr wichtiger Moment, denn es sei die erste Legislaturperiode, in der die drei Kulturbeiräte sich über ein gemeinsames strategisches Arbeitspapier austauschen. Landesrat Galateo verwies auf die Vielfalt der Kulturen in Südtirol und auf die Bedeutung der Wirtschaft auch in der Kreativwirtschaft, jenen Wirtschaftssektor, der auf individueller Kreativität, Kultur, Talent und geistigem Eigentum basiert und darauf abzielt, durch die Schaffung und Vermarktung origineller Produkte, Dienstleistungen oder Inhalte Wohlstand und Arbeitsplätze zu generieren. "Es ist der gemeinsame Wille aller, den Zugang zur Kultur niederschwellig zu gestalten, dabei aber das bestehende kulturelle Niveau stets hoch zu halten", betont Landesrat Galateo. Auch sei es wichtig, Synergien zu schaffen.

"Lebendige Kultur hält eine Gesellschaft am Leben", weist Landesrat Daniel Alfreider hin: "Kultur gehört unabdingbar zu einer Gemeinschaft. Die Sicherheit von Investitionen in die Kultur zu gewährleisten, ist nicht nur eine Frage des Geldes und der Verwaltung. Ebenso wichtig sind schnellere und unbürokratische Abläufe, um unsere Vereine bestmöglich zu unterstützen. Einen zentralen Stellenwert hat zudem die Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen, da sie eine wesentliche Voraussetzung dafür ist, die junge Generation an Kultur und Vereinsleben heranzuführen."

Zusatzinformationen

Landeskulturbeirat

Vor rund einem halben Jahr, am 25. November, hatte sich der Landeskulturbeirat erstmals in dieser Legislaturperiode getroffen. In den Landeskulturbeiräten sind Mitglieder aller drei Sprachgruppen aus verschiedenen Bereichen des kulturellen Lebens vertreten. Dazu gehören Musik, Theater, Tanz, Literatur, bildende Kunst, Design, Museen, kulturelle Bildung, Brauchtum und Jugendkultur. Dem Landeskulturbeirat gehören auch die drei zuständigen Landesräte an: Philipp Achammer für die deutsche, Marco Galateo für die italienische sowie Daniel Alfreider für die ladinische Sprachgruppe.

mac