Welttag der Suizidprävention: Reden, zuhören, Hilfe anbieten
Psychische Krisen können jeden Menschen treffen - Am Welttag der Suizidprävention (10. September) ruft das Gesundheitsressort dazu auf, Warnsignale ernst zu nehmen und offen über Belastungen zu reden
BOZEN (LPA). Manchmal ist es nur die Frage: "Wie geht es dir wirklich?". Manchmal ist es die Bereitschaft zuzuhören, ohne zu urteilen. Solche Gespräche können entscheidend sein. Daran erinnert das Gesundheitsressort am Welttag der Suizidprävention am 10. September und weist darauf hin, dass psychische Krisen grundsätzlich jeden Menschen treffen können. Persönliche, familiäre, berufliche oder soziale Belastungen können dazu beitragen, dass Betroffene ihr Leiden als ausweglos und unerträglich empfinden. Menschen in einer Suizidkrise können sich zwischen dem Wunsch zu leben und dem Wunsch, ihr unerträgliches Leiden zu beenden, hin- und hergerissen fühlen. Umso wichtiger sei es, Belastungen anzusprechen, Warnsignale ernst zu nehmen und rechtzeitig Hilfe zu suchen, heißt es vom Gesundheitsressort.
"Suizidprävention beginnt dort, wo wir psychische Gesundheit ernst nehmen, offen über Belastungen sprechen und Menschen zeigen, dass sie mit ihren Sorgen nicht allein sind. Hilfe zu suchen ist ein Zeichen von Stärke", betont Gesundheitslandesrat Hubert Messner.
Mögliche Warnsignale erkennen
Es gilt, Suizid und Suizidgedanken aus der Tabuzone zu holen. Wer sich Sorgen um einen Menschen macht, sollte nicht wegschauen. Rückzug, soziale Isolation, starke Veränderungen im Verhalten, Hoffnungslosigkeit oder Äußerungen wie "Ich kann nicht mehr" können Warnsignale sein. Auch Abschiedsgesten oder eine deutliche Veränderung nach einer Phase starker Verzweiflung können Anlass sein, genauer hinzusehen und das Gespräch zu suchen. Dabei gilt: Signale müssen immer im Zusammenhang mit der jeweiligen Person betrachtet werden.
Reden, zuhören, Hilfe anbieten
Wichtig ist: Eine Krise kann sich verändern. Darüber sprechen ist möglich. Hilfe ist verfügbar. Niemand muss eine solche Situation alleine bewältigen. Fachleute ermutigen dazu, das Thema direkt anzusprechen. Die Frage "Denkst du daran, dir das Leben zu nehmen?" löst laut Fachleuten alleine keine Suizidgedanken aus. Im Gegenteil: Ein offenes Gespräch kann entlasten und zeigen, dass jemand nicht allein ist. Wichtig sind Zuhören, Ernstnehmen und das Vermeiden vorschneller Ratschläge oder Beschwichtigungen. Besteht akute Gefahr, dürfen Betroffene nicht allein gelassen werden.
Unterstützung gibt es in Südtirol rund um die Uhr. Hilfe bieten das Netzwerk Suizidprävention Südtirol (im Web unter: https://www.suizid-praevention.it/de/netzwerk-suizidpraevention), das psychologische Krisentelefon unter der kostenlosen Nummer 800 101 800 sowie die Telefonseelsorge der Caritas unter 0471 052 052.
In Notfällen ist die 112 die richtige Anlaufstelle. Unterstützung können nicht nur Betroffene, sondern auch Angehörige, Freunde oder Menschen suchen, die sich um jemanden Sorgen machen.
san
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- "Suizidprävention beginnt dort, wo wir psychische Gesundheit ernst nehmen, offen über Belastungen sprechen und Menschen zeigen, dass sie mit ihren Sorgen nicht allein sind. Hilfe zu suchen ist ein Zeichen von Stärke", betont Gesundheitslandesrat Hubert Messner. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 1 MB]
- Am Welttag der Suizidprävention am 10. September wird dazu aufgerufen, Warnsignale ernst zu nehmen und Menschen in psychischen Krisen nicht allein zu lassen. Gerade in psychischen Krisen kann ein Gespräch entlasten und zeigen, dass niemand allein ist. (Foto: LPA/Pexels. Das Foto darf nur in Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung verwendet werden.) » [IMG 1 MB]
