Vinschger Bahn startet mit neuen Zügen in eine neue Ära

23.07.2026, 09:46

Seit mehr als einem Monat verkehren Coradia-Stream-Züge zwischen Laas und Mals – Landesrat Alfreider spricht von erfolgreicher erster Phase und arbeitet auf Einsatz auf der gesamten Strecke hin

Landesrat Daniel Alfreider betont die Bedeutung der Bahn für die Mobilität in Südtirol: "Die Bahn ist das Rückgrat der Mobilität in Südtirol. Mit den neuen Zügen beginnt für die Vinschger Bahn eine neue Ära." Das Foto entstand am Bahnhof Meran im Rahmen der Feierlichkeiten zum 120-jährigen Bestehen der Vinschger Bahn. (Foto: LPA/Ressort Infrastrukturen und Mobilität)
Landesrat Daniel Alfreider betont die Bedeutung der Bahn für die Mobilität in Südtirol: "Die Bahn ist das Rückgrat der Mobilität in Südtirol. Mit den neuen Zügen beginnt für die Vinschger Bahn eine neue Ära." Das Foto entstand am Bahnhof Meran im Rahmen der Feierlichkeiten zum 120-jährigen Bestehen der Vinschger Bahn. (Foto: LPA/Ressort Infrastrukturen und Mobilität)

BOZEN (LPA). Die neuen Coradia Stream ETR160-Züge sind seit Kurzem im Einsatz. Wenige Tage nach den Feierlichkeiten zum 120-jährigen Bestehen der Vinschger Bahn (LPA hat berichtet) richtet Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider den Blick nach vorn: "Die Bahn ist das Rückgrat der Mobilität in Südtirol. Mit den neuen Zügen beginnt für die Vinschger Bahn eine neue Ära."

Seit mehr als einem Monat verkehren die neuen elektrischen Triebzüge täglich auf dem Abschnitt zwischen Laas und Mals. Dies ist die erste Phase eines Vorhabens, das den schrittweisen Einsatz der neuen Fahrzeuge auf der gesamten Vinschger Bahnlinie vorsieht. Die ersten Rückmeldungen seien ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer moderneren, komfortableren und leistungsfähigeren Bahn, heißt es aus dem Ressort Infrastruktur und Mobilität.

"Ein Bahnsystem dieses Niveaus in Betrieb zu nehmen, ist keine einfache Aufgabe“, betont Alfreider. "Neue Züge, Infrastruktur, Bordtechnologien, Signalsysteme und komplexe Genehmigungsverfahren müssen aufeinander abgestimmt werden. Die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten hilft jedoch dabei, auch anspruchsvolle Herausforderungen zu bewältigen. Alstom stellt die technische Unterstützung sicher, und dank der Kooperation aller Partner sind bereits erste Ergebnisse sichtbar", bekräftigt der Landesrat.

Auch der Abteilungsdirektor Bahn der SAD, Maurizio Chiusa, zieht eine positive Zwischenbilanz: "Trotz der hohen technischen Komplexität dieser ersten Phase haben die neuen Züge ein vielversprechendes Niveau an Qualität und Zuverlässigkeit gezeigt. Die Erfahrungen, die täglich zwischen Laas und Mals gesammelt werden, bilden eine wichtige Grundlage für die nächsten Schritte und die künftige Ausweitung ihres Einsatzes."

Die Einführung der neuen Fahrzeuge ist Teil des umfassenden Projekts zur Elektrifizierung und Modernisierung der Vinschger Bahn. Gleichzeitig wird auf der Strecke das europäische Zugkontrollsystem ETCS Level 2 eingeführt. Diese Technologie ermöglicht die kontinuierliche Kommunikation zwischen Infrastruktur und Zug, erhöht die Sicherheit und schafft die Voraussetzungen für eine höhere Leistungsfähigkeit der Strecke.

Die Coradia Stream ETR160 sind Mehrsystemzüge, die für den Einsatz auf unterschiedlichen Bahnnetzen ausgelegt sind. Sie können mit 25 Kilovolt auf der Strecke Meran–Mals, mit drei Kilovolt im italienischen Netz und mit 15 Kilovolt im österreichischen Netz betrieben werden. Außerdem verfügen sie über die Signalsysteme, die für die künftige Integration in die Netze von STA, RFI und ÖBB erforderlich sind.

"Mit diesen Zügen stärken wir die Bahn im Westen Südtirols, verbessern Qualität und Kapazität des Angebots und verbinden den Vinschgau noch besser mit dem übrigen Landesgebiet, mit Österreich und Europa", erklärt Landesrat Alfreider.

Zusatzinformationen

Inbetriebnahme der neuen Züge schreitet voran

BOZEN (LPA). Das Genehmigungs- und Inbetriebnahmeverfahren wird gemeinsam von Land Südtirol, STA, Alstom, Eisenbahnunternehmen sowie den zuständigen nationalen und europäischen Stellen, darunter ANSFISA und die Europäische Eisenbahnagentur (ERA), weiter vorangetrieben. Ziel ist es, bis Ende des Jahres die erforderlichen Genehmigungen zu erhalten, um den Einsatz der neuen Züge schrittweise über den Abschnitt Laas–Mals hinaus auszudehnen und schließlich auf der gesamten Strecke Meran–Mals zu ermöglichen.

Nach dem derzeitigen Zeitplan sollen bis Jahresende zwölf neue Triebzüge über die erforderlichen Zulassungen für die verschiedenen beteiligten Bahnnetze verfügen. Ob dieses Ziel erreicht wird, hängt vom erfolgreichen Abschluss der technischen Prüfungen und der vorgesehenen Verfahren ab.

gm/kat