Ursus-ladinicus-Funde: Sicherung der Bärenhöhle abgeschlossen

23.10.2026, 06:55

Nach Sicherung der Fundstelle ist nun die Wissenschaft am Zug – Überreste von urzeitlichen Höhlenbären (Ursus ladinicus) im Juli gefunden

Sichert den sensationellen archäologischen Fund der Überreste urzeitlicher Höhlenbären: Die Vergitterung im Eingangsbereich der Bärenhöhle am Col Toronn. (Foto: LPA/Amt für Archäologie)
Sichert den sensationellen archäologischen Fund der Überreste urzeitlicher Höhlenbären: Die Vergitterung im Eingangsbereich der Bärenhöhle am Col Toronn. (Foto: LPA/Amt für Archäologie)

ABTEI/BOZEN (LPA). Die Entdeckung einer Höhle mit Überresten von urzeitlichen Höhlenbären, Ursus spelaeus oder Ursus Ladinicus) in den Gadertaler Dolomiten Anfang Juli dieses Jahres war eine archäologische Sensation. "Einerseits ist das breite Interesse an der von Kurt Walde gemachten Entdeckung erfreulich, andererseits birgt das Medienecho für den Fundort selbst Gefahren", sagt der Direktor des Amtes für Archäologie, Christian Terzer und ergänzt: "Trotz der ausgesetzten Lage des Höhleneingangs mussten wir damit rechnen, dass der Fundort von Raubgräbern heimgesucht und geplündert wird. Daher bestand unsere primäre Aufgabe nach Bekanntwerden der Entdeckung darin, die Unversehrtheit dieses einzigartigen Fundes zu bewahren."

Bereits wenige Tage nach der Meldung wurde der Zugang zur Höhle provisorisch gesichert (LPA hat berichtet). Nunmehr konnten die Arbeiten zur endgültigen Vergitterung und Überwachung abgeschlossen werden. Die Sicherungsarbeiten erfolgten in zwei Schritten. Zunächst musste eine staubdichte Schutzplane angebracht werden, um das Höhleninnere vor Verunreinigungen während der nachfolgenden Arbeiten zu schützen. Anschließend konnte das Gitter vor Ort passgenau gefertigt und verankert werden. "Die logistischen Herausforderungen zur Bewältigung dieses Projektes an einer senkrechten Felswand in beinahe 3000 Meter Meereshöhe waren enorm", erklärt Amtsdirektor Terzer. Alle Arbeiten erfolgten in Absprache mit der Agentur Landesdomäne und dem Amt für Natur, in dessen Zuständigkeitsbereich die im Natura-2000 Gebiet liegende Höhle fällt.

"Mit der Sicherung schützen wir nicht nur einen außergewöhnlichen Fund, sondern auch das Wissen, das in ihm steckt. Jetzt beginnt die wissenschaftliche Arbeit. Sie soll uns ein genaueres Bild davon vermitteln, wie die Höhlenbären in den Dolomiten lebten“, sagt Landesrat Philipp Achammer.

red/ck