Schutzwaldpreis: Südtiroler Projekt siegreich
Generationenübergreifendes Baumfest "Jung & MischwAlt" von Sozialzentrum Innichen und Forstinspektorat Welsberg gewinnt Schutzwaldpreis in der Kategorie Öffentlichkeitsarbeit
BOZEN/MELLAU (LPA). Bei der Schutzwaldpreisverleihung am 13. März in Mellau im österreichischen Bundesland Vorarlberg wurde dem Projekt "Jung & MischwAlt" der Schutzwaldpreis in der Kategorie Öffentlichkeitsarbeit zugesprochen.
"Südtirol hat für die diesjährige Ausgabe des Schutzwaldpreises zwei Projekte eingereicht: neben dem generationenübergreifenden Baumfest "Jung & MischwAlt" vom Sozialzentrum Innichen und Forstinspektorat Welsberg auch das Schutzwaldprojekt Pfunders vom Forstinspektorat Brixen", berichtet der Präsident des Südtiroler Forstvereins Christoph Hintner, Direktor des Forstinspektorats Brixen. Das Projekt "Jung & MischwAlt" hat den Schutzwaldpreis in der Kategorie Öffentlichkeitsarbeit gewonnen.
"Gemeinsam wachsen" steht als Motto über dem Projekt "Jung & MischwAlt": Kinder der Grundschule Wahlen haben darin gemeinsam mit den Bewohnern und Bewohnerinnen der drei Seniorenwohnheime des oberen Pustertals und mit Menschen mit Beeinträchtigung ein vom Borkenkäfer zerstörtes Waldstück mit jungen Bäumchen bepflanzt und damit neuen Lebensraum geschaffen.
"Gerade bei Entscheidungen rund um das Ökosystem Wald ist ein generationsübergreifendes Denken und schlussendlich Handeln notwendig", betont Landesforstdirektor Günther Unterthiner: "Erfahrenere Menschen mit Kindern im Wald zusammenzubringen, führt auch zu einem sozialen Mehrwert für alle Beteiligten. Die vielen lachenden Gesichter waren ein eindeutiges Zeugnis dafür."
"Ein stabiler Schutzwald entsteht nicht von allein, sondern er braucht kontinuierliche Pflege, Verjüngung und Menschen, die sich für ihn einsetzen", unterstreicht Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher: "Projekte wie 'Jung & MischwAlt' machen sichtbar, was nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet: Wir investieren heute Zeit und Arbeit in den Wald, damit wir auch morgen sicher und gut in unseren Berggebieten leben können."
Zusatzinformationen
Schutzwald, Schutzwaldpreis-Helvetia, Arbeitsgemeinschaft Alpenländischer Forstvereine
Der Schutzwaldpreis-Helvetia wird heuer zum neunzehnten Mal vergeben. Mit diesem Preis werden beispielhafte Projekte zur Erhaltung und Verbesserung des Bergwaldes im Alpenraum und zur Bewusstseinsbildung für die Schutzwaldthematik gewürdigt. Der Schutzwaldpreis wird in den Kategorien Schulprojekte, Erfolgsprojekte, Öffentlichkeitsarbeit – Schutzwaldpartnerschaften – Innovation verliehen, zudem gibt es einen Sonderpreis der Jury, die Auszeichnung eines Schutzwaldpaten und einen Pressepreis.
Die Arbeitsgemeinschaft Alpenländischer Forstvereine besteht seit 1981, ihre Mitglieder sind die Forstvereine Bayern, Graubünden, St. Gallen, Südtirol, Tirol, Vorarlberg, Kärnten und Liechtenstein. Durch gemeinsame Projekte und den Austausch von Erfahrungen wollen sie die Zukunft des Bergwaldes als naturnahen Lebensraum in den Alpen sichern.
Der Wald schützt vor Erosion, Steinschlag, Murenabgängen, Lawinen und Hochwasser. Eine Besiedlung des Alpenraumes ist erst durch die schützende Wirkung des Waldes möglich. Auf natürliche Weise sichert der Wald Gebäude, Höfe und Straßen. Der Wald liefert darüber hinaus den wertvollen Rohstoff Holz. Er prägt das Gesicht der Landschaft, ist Lebensraum für Tiere und Pflanzen sowie Ruhe- und Erholungsraum für den Menschen. Der Wald ist als Lebensgrundlage im Alpenraum von größter Bedeutung. Voraussetzung für einen funktionsfähigen Schutzwald ist eine stabile, gut strukturierte Bestockung so- wie eine rechtzeitige Verjüngung. Deshalb ist eine vorausschauende, nachhaltige Pflege von enormer Wichtigkeit. Neben den Schutzwäldern im engeren Sinne können alle Bergwälder als Schutzwälder aufgefasst werden.
mac