Neues Euregio-Tool: Sicherer wandern über Grenzen hinweg
Die Euregio stellt Ergebnisse des Digiway-Projekts in Bozen vor – Vergleichstool für Schwierigkeitsgrade von Wanderwegen steht bei der Abschlusstagung mit Landeshauptmann Kompatscher im Mittelpunkt
BOZEN (LPA). Wie schwierig ein Wander- oder Bergweg ist, wird in Tirol und Südtirol mit Farben, im Trentino mit Buchstaben klassifiziert: Nun kann man nicht nur die unterschiedlichen Klassifikationssysteme in der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino, sondern auch mit anderen Wandergebieten in den Alpen online vergleichen.
Am Mittwoch, 4. Februar, hat Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher beim Digiway-Stakeholder-Day in Bozen das neue Vergleichstool in den Sprachen Deutsch, Italienisch und Englisch mit Fachleuten aus dem Projektteam, der Datenverarbeitung Tirol GmbH und von LO.LA Alpine Safety Management freigeschaltet (s. Zusatzinformationen). Es kann auch auf anderen Homepages implementiert werden, z. B. bei Tourismusorganisationen oder Alpenvereinen. Entwickelt wurde es im Rahmen des Euregio-Projekts Digiway, das mit dem Interreg Italien-Österreich-Programm der EU finanziert und im Juni 2026 abgeschlossen wird. Die dritte Ausgabe des Digiway-Stakeholder-Days war die offizielle Abschlussveranstaltung.
LH Kompatscher: „Wandern über Grenzen sicherer machen“
Am Sitz des Technologiepartners NOI Techpark verwies Kompatscher auf die große Bandbreite an Leistungen im Digiway-Projekt: „Das freigeschaltete Vergleichstool ist nur das sichtbarste Ergebnis der bisherigen Arbeit: Im Hintergrund haben Fachleute aus allen Euregio-Ländern intensiv an verschiedenen Produkten gearbeitet, um das Wandern über unsere Ländergrenzen hinweg sicherer zu machen.“
Unter anderem wurde eine Softwarelösung entwickelt. Sie harmonisiert Geodaten zu Wanderwegen und Wanderrouten aus Tirol, Südtirol und dem Trentino auf Basis offizieller OGD‑Datensätze, führt diese zusammen und stellt sie laufend aktualisiert für die Öffentlichkeit bereit. Dank einer neu entwickelten Web‑Komponente können mehrere Datensätze aus dem Open Data Hub integriert und auf einmal betrachtet werden.
Entwickelt wurden auch eine Ausgesetztheitskarte sowie Konzepte im Rahmen zweier Pilotstudien im Fassatal und am E5‑Weitwanderweg. Sie enthalten zum Beispiel einen Prototypen zur Veröffentlichung von Wegsperrungen oder -öffnungen oder Geländeaufnahmen zur Erhebung weiterer Attribute und Informationen von Wander- und Bergwegen.
Teil der Veranstaltung waren auch interaktive Workshops: Die Rückmeldungen der Teilnehmenden werden in der verbleibenden Projektzeit weiter berücksichtigt. Die Dokumentation, alle Produkte und Ergebnisse des Digiway-Projekts werden im Frühjahr 2026 auf der Digiway-Projektseite präsentiert.
Zusatzinformationen
Digiway: Details zum Vergleichstool und zur Veranstaltung
Das Digway-Vergleichstool
Das Übersetzungstool ist interaktiv und ermöglicht es, unterschiedliche Klassen und Klassifikationssysteme von Wander- und Bergwegen zu vergleichen, beispielsweise das Tiroler mit dem im Trentino verwendeten System (CAI/SAT).
Das Tool enthält weitere Details und Links zu den Originalbeschreibungen der Systeme. Auf diese Weise verbessert es das Verständnis der unterschiedlichen Systeme und zeigt, wie sie zueinander stehen. Weitere Klassifikationssysteme sind ebenfalls enthalten, etwa weit verbreitete Systeme aus der Schweiz und anderen Regionen Österreichs. Inkludiert sind auch Systeme der Alpinen Vereine wie ÖAV/DAV und CAI/SAT.
Teilnehmende beim Stakeholder-Day
Am Digiway-Stakeholder-Day nahmen verschiedenste Entscheidungstragende aus dem Bereich Wandern teil: Alpine Vereine, Tourismusorganisationen, Bergrettungs-Organisationen, Unternehmen aus den Bereichen Wandern, Digitalisierung und Geodatenverarbeitung, öffentliche Verwaltung, Fachleute für Wandern und Risikomanagement usw.
gst
Bildergalerie
Dokumente zum Herunterladen
- Haben das Online-Vergleichstool freigeschaltet (von links): Marco Schrittwieser (Datenverarbeitung Tirol GmbH), Lucia Felbauer (Digiway-Projektteam), Landeshauptmann Arno Kompatscher und Walter Würtl (LO.LA Alpine Safety Management). (Foto: LPA/Daniel von Johnston) » [IMG 1 MB]
- Gruppenfoto mit dem Digiway-Projektteam: (von links) Alessio Bertò (Land Trentino, Service Tourismus und Sport), Christoph Kovacs (Land Tirol, Abt. Forstorganisation), Klaus Pietersteiner (Land Tirol, Abt. Waldschutz), Enrica Mauro (Land Trentino, Service Tourismus und Sport), Renate Marmsoler (Land Südtirol Abteilung Informatik), Landeshauptmann Arno Kompatscher, Emma Giacomelli Boldrini (Land Trentino, Service Tourismus und Sport), Lucia Felbauer (Land Tirol, Abt. Forstorganisation), Roberto Cavaliere, Filipp Frei (beide NOI Techpark), Arezia Ronchini (Land Trentino, Service Tourismus und Sport), Sebastian Mayrgündter (NOI Techpark), Matthias Fink (Euregio-Generalsekretär) (Foto: LPA/Daniel von Johnston) » [IMG 1 MB]
- Landeshauptmann Arno Kompatscher im Saal des NOI Techpark vor Fachleuten aus allen Euregio-Ländern: „Mit den Digiway-Produkten wird Wandern über Ländergrenzen hinweg sicherer.“ (Foto: LPA/Daniel von Johnston) » [IMG 1 MB]
- In Workshops konnten die Experten aus dem Bereich Wandern aller Euregio-Länder Rückmeldungen zu Digiway geben. (Foto: argonaut.pro) » [IMG 1 MB]

