"Flussraum Bozen": Auftakt zur Erarbeitung eines Gesamtkonzepts
Hochwasserschutz, Ökologie, Naherholung an Bozens Flüssen: Vertreter der Landesämter und der Gemeinde Bozen sowie Auftragnehmer haben heute (30. Juli) mit der Ausarbeitung eines Konzeptes begonnen.
Bozen sei eine "grüne Stadt mit viel Wasser", wurde bei der heutigen Veranstaltung unterstrichen. Zur Optimierung der positiven Wirkung der Flüsse auf das Stadtklima wurde das Gesamtkonzept "Flussraum Bozen" angelegt. "In Bozen wurden an der Talfer und am Eisack umfangreiche Revitalisierungsarbeiten im Zeitraum von 2010 und 2020 durchgeführt. Die Fischpassierbarkeit wurde von der Mündung bis in die Talferschlucht wiederhergestellt", fasst der Direktor des Landeswarnzentrums Willigis Gallmetzer die bisherige Entwicklung zusammen. "Davor war die Stadtstrecke aufgrund der Kombination aus hohen und kurzfristigen Abfluss-Schwankungen und gewaltigen Wasserwalzen unterhalb der zahlreichen Sperren im monotonen Flussbett extrem gefährlich. Mittlerweile hat die Wildbachverbauung die Sperren so umgebaut, dass das Gewässerkontinuum wiederhergestellt ist und die Talfer ein reich strukturiertes Flussbett mit pendelndem Niederwasserprofil aufweist. Zudem konnte mit dem Umbau des Kraftwerkes St. Anton eine Milderung des Schwall-Sunk-Verhältnisses erreicht werden“, berichtet der Gewässerökologe Peter Hecher von der Agentur für Bevölkerungsschutz.
Dieser Prozess soll nun mit dem Projekt "Flussraum Bozen – Talfer und Eisack" fortgesetzt werden. Neben den zuständigen Ämtern der Gemeinde Bozen und den beauftragten externen Fachleuten waren bei der heutigen Auftaktveranstaltung von der Agentur für Bevölkerungsschutz das Landeswarnzentrum, die Landesämter der Wildbachverbauung der Zonen Süd und Nord und das Landesamt für öffentliches Wassergut vertreten, außerdem die Landesämter für Gewässerschutz, für Natur und für Wildtiermanagement. Zudem sind auch Eurac Research und die Genossenschaft Lungomare involviert.
"Mit diesem Projekt sollen weitere Studien zu Ökologie, Naherholung und Freiraum im urbanen Raum, Hochwasserschutz und Planungsvorschläge für erste Baumaßnahmen zu diesen Fachbereichen finanziert werden", erklärt der Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz Klaus Unterweger.
Die mit 165.000 Euro veranschlagten Gesamtkosten werden durch Ausgleichszahlungen des Eisackwerk-Wasserkraftwerks St. Anton für die umwelttechnische Aufwertung und die nachhaltige Entwicklung des betroffenen Gebietes, sogenannte Umweltgelder, finanziert. Die Beauftragung für erste Studien wurde erteilt, nun geht es an die Erhebungen und Ausarbeitung von weiteren Verbesserungsvorschlägen. Das Gesamtkonzept soll Ende 2025 vorliegen.
mac
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- Die Freiraumsituation und die landschaftsplanerischen Entwicklungspotentiale im urbanen Grünraum Bozens sollen im Zuge des Projektes untersucht werden, für das heute der offizielle Auftakt erfolgt ist; im Bild der Eisack flussabwärts der Loretobrücke. (Foto: LPA/Maja Clara) » [IMG 2 MB]
- Mit dem Gesamtkonzept "Flussraum Bozen" soll eine Optimierung der positiven Wirkung der Flüsse auf das Stadtklima erfolgen; im Bild der Blick auf den Eisack kurz vor dem Zusammenfluss mit der Talfer. (Foto: LPA/Maja Clara) » [IMG 3 MB]
- Freiräume am Wasser: Vor einem Jahr, am 30. Juni 2023, wurde diese Plattform am orographisch linken Ufer des Eisacks unterhalb der Loretobrücke ihrer Bestimmung als Naherholungszone für die Bevölkerung übergeben. (Foto: LPA/Maja Clara) » [IMG 2 MB]
- Prozess der Optimierung der positiven Wirkung der Flüsse auf das Stadtklima wird fortgesetzt: Der Direktor des Landeswarnzentrums Willigis Gallmetzer beim Kick-Off-Meeting für das Projekt Gesamtkonzept Flussraum Bozen – Talfer und Eisack. (Foto: LPA/Maja Clara) » [IMG 1 MB]
- Arbeitstagung zum Beginn des Projektes "Flussraum Bozen - Talfer und Eisack" heute Vormittag im Landhaus 11 in Bozen, wo das Ressort Umwelt-, Natur- und Klimaschutz, Energie, Raumentwicklung seinen Sitz hat. (Foto: LPA/Maja Clara) » [IMG 2 MB]