Bundesjugendredewettbewerb in Wien: Auch Südtirol vertreten

05.06.2026, 10:12

Fünf Finalistinnen und Finalisten des Südtiroler Jugendredewettbewerbs nehmen am Bundesjugendredewettbewerb in Wien teil und belegen vierte Plätze

Südtiroler Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Finale des Bundesredewettbewerbs vom 1. bis zum 3. Juni in Wien (von links): Maximilian Gasser, Esther Vegrini, Anna Klara Perkmann, Sophia Pfitscher, Felix Oberhollenzer (Foto: LPA/Bundeskanzleramt Wien/Valentin Brauneis)
Südtiroler Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Finale des Bundesredewettbewerbs vom 1. bis zum 3. Juni in Wien (von links): Maximilian Gasser, Esther Vegrini, Anna Klara Perkmann, Sophia Pfitscher, Felix Oberhollenzer (Foto: LPA/Bundeskanzleramt Wien/Valentin Brauneis)

WIEN (LPA). 66 Schülerinnen und Schüler haben vom 1. bis 3. Juni am heurigen 73. Bundesjugendredewettbewerb im Jugendgästehaus Wien-Brigittenau in verschiedenen Kategorien teilgenommen. Eine langjährige Zusammenarbeit zwischen Österreich und Südtirol ermöglicht es den jungen Südtiroler Kandidatinnen und Kandidaten aus verschiedenen Schulstufen, beim Bewerb anzutreten. Die fünf Finalistinnen und Finalisten des Südtiroler Jugendredewettbewerbs waren am 14. und 15. April ermittelt worden (LPA hat berichtet) und haben sich jetzt mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus allen Bundesländern Österreichs gemessen. Anita Demetz vom Landesamt für Jugendarbeit hat die Siegerinnen und Sieger des Südtiroler Redewettbewerbs nach Wien begleitet.

Anna Klara Perkmann der Mittelschule Latsch sprach zum Thema "Zu Gast am Berg: wie wir zu besseren Gästen werden". Sie legte ihre Gedanken dar: vom Übertourismus in den Bergen als Belastungsgruppe, den Respekt vor Tieren und Pflanzen in der Natur, ökologische Bildung als festen Bestandteil im Schullehrplan und schlussendlich Tipps wie man die Touristen zu respektvollem Umgang mit der Natur sensibilisieren kann. Sie überzeugte die Jury und erreichte in der Kategorie Klassische Rede – 8. Schulstufe den 4. Platz.

Esther Vegrini vom Berufsbildungszentrum "Emma Hellenstainer" Gastronomie und Kulinarik in Brixen stellte sich gekonnt der Konkurrenz. Mit ihrem Thema "YOLO" ging sie auf die Lebenseinstellung "You only live once" ein, gemeint ist damit man lebt nur einmal und soll das Beste aus diesem Leben machen. Ihre Rede war ein Aufruf zu Achtsamkeit und den Moment zu schätzen, Risiken bewusst einzugehen und Fehler zu akzeptieren. Sie beleuchtete einerseits die Möglichkeit, jede Chance zu nutzen, etwas Neues zu lernen, aber auch die Risiken, kopflos zu handeln. In der Kategorie Klassische Rede – Berufsschule kam sie auf den 4. Platz.

Sophia Pfitscher vom Oberschulzentrum Schlanders hielt ihre Rede zum Thema "Wenn Helfer zu Opfern werden". Mit persönlichem Bezug beleuchtete sie das Thema aus verschiedenen Sichtweisen und ging auf erlebte Gewalt an Rettungskräften, Beleidigungen, Drohungen, Hass im Internet sowie Videos von behinderten Rettungseinsätzen ein. Sie thematisierte auch die Folgen, wenn Rettungskräfte behindert werden bis hin zur Lebensgefahr und unterstrich die Bedeutung von Respekt und Dankbarkeit gegenüber den meist Freiwilligen im Einsatz. In der Kategorie Klassische Rede – Oberstufe hat sie für ihre Rede viel Applaus geerntet und landete auf dem 4. Platz.

Felix Oberhollenzer vom Oberschulzentrum Sand in Taufers brachte eine sprachlich anspruchsvolle und inhaltlich beeindruckende Darbietung zum Thema "Der Code der Welt" vor. Er verpackte sein zeitkritisches Gedicht, welches er zur Nominierung des Junior Ingeborg Bachmann Literaturpreises eingesandt hatte in eine Inszenierung, bei der er die Rückmeldung aus Klagenfurt erhalten hat, sich in der engeren Auswahl zu befinden. Seine Interpretation wurde hervorgehoben und das Gedicht als kritische Diagnose der modernen Welt interpretiert. In der Kategorie Sprachrohr belegte er den 4. Platz.

Maximilian Gasser vom Klassischen Gymnasium Franziskaner in Bozen trat in der Kategorie Spontanrede an, bei der die Fragenstellung erst vor Ort ausgelost wird. Er wählte den Themenbereich "Freizeit und Sport" und strukturierte seine Rede zur Frage "Freizeitstress: Widerspruch oder Realität?". Er ging auf die Bedeutung von Freizeitaktivitäten und die Reduktion von mentalen und Krebserkrankungen ein. Aus seinen persönlichen Erfahrungen sprach er den Jugendlichen Mut zur Veränderung zu und den für sich geeigneten Sport zu entdecken. Er hob die positiven Aspekte neue Freunde und sich selbst besser kennenzulernen hervor und baute in seiner Rede zwei treffende Zitate ein und konnte in seiner Kategorie den 4. Platz erreichen.

Zusatzinformationen

Gewinnerinnen und Gewinner des 73. Bundes-Jugendredewettbewerbs in Wien:

Klassische Rede – 8. Schulstufe

1. Platz: Mia Uhlir (Salzburg): Lesen

2. Platz: Diana Klenkhart (Wien): Kindesmisshandlung: Unsichtbare Narben, sichtbare Folgen

3. Platz: Hivda Simsek (Wien): Stimmen, die vergessen wurden

4. Platz: Anna Klara Perkmann (Südtirol): Zu Gast am Berg: wie wir zu besseren Gästen werden


Klassische Rede – Berufsschule

1. Platz: Ida Heger (Niederösterreich): Der Druck, perfekt zu sein.

2. Platz: Rojvin Ismail (Kärnten): Jineologî - Die Wissenschaft der Frau

3. Platz: Michelle Fellinger (Wien): KI. Freund oder Feind der Zukunft

4. Platz: Esther Vegrini (Südtirol): YOLO


Klassische Rede – Höhere Schulen

1. Platz: Aida Cisse (Wien): Probleme im Stadtbild? Probleme im System!

2. Platz: Marie Pleninger (Niederösterreich): Das Politische am Unpolitischen

3. Platz: Carmen Schinnerl (Oberösterreich): Vorurteile gegenüber Beeinträchtigten

4. Platz: Sophia Pfitscher (Südtirol): Wenn Helfer zu Opfern werden


Sprachrohr

1. Platz: Carolin Wotschke (Wien): Zeitzonen

2. Platz: Viktoria Kreuzig, Ricarda Kreuzig und Mathilda Sunjara (Steiermark): Schwarz besteht aus mehreren Farben

3. Platz: Emilia Pfeifer (Niederösterreich): Was wäre wenn…

4. Platz: Felix Oberhollenzer (Südtirol): Der Code der Welt


Spontanrede

1. Platz: Melanie Lugar (Wien): Bildung und Arbeit

2. Platz: Ilian Foidl (Tirol): Freizeit und Sport

3. Platz: Isabell Kreuter (Kärnten): Bildung und Arbeit

4. Platz: Maximilian Gasser (Südtirol): Freizeit und Sport

red/mac