Bahnverkehr: Land und Betreiber arbeiten an Verbesserungen
Analyse von Ausfällen und Verspätungen - 97 Prozent der geplanten Zugfahrten durchgeführt und 80 Prozent sind pünktlich – laut Alfreider Verbesserungsbedarf bei Verlässlichkeit und Servicequalität
BOZEN (LPA). Zahlen, Investitionen, Ursachen und Maßnahmen zu Verspätungen und Zugausfällen sowie laufende und geplante Interventionen sind im Mittelpunkt einer Pressekonferenz am 19. Oktober im Landhaus 1 gestanden. Daran nahmen Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider und Ressortdirektor Martin Vallazza teil. Gemeinsam mit allen beteiligten Akteuren – RFI (Rete Ferroviaria Italiana) und STA (Südtiroler Transportstrukturen AG) für die Infrastruktur sowie Trenitalia und SAD für den Bahnbetrieb – wurden die aktuelle Situation analysiert und nächste Schritte vorgestellt.
Der öffentliche Nahverkehr in Südtirol umfasst täglich mehr als 9.000 Busfahrten und über 300 Zugfahrten. Busse und Züge legen dabei insgesamt rund 140.000 Kilometer pro Tag zurück, das entspricht mehr als dem Dreifachen des Erdumfangs. Während sich der Busverkehr in den vergangenen Jahren unter anderem dank neuer Ausschreibungen schrittweise stabilisiert hat, bestehen im Bahnverkehr weiterhin erhebliche Herausforderungen. Darauf verwies Landesrat Alfreider mit Blick auf die Mobilitätsstrategie des Landes Südtirol, die auf einen Ausbau und eine Stärkung des öffentlichen Verkehrs, insbesondere des Schienenverkehrs, ausgerichtet ist.
Zwischen dem 1. Juni und dem 17. Oktober waren insgesamt 38.625 Zugfahrten geplant. Davon fielen 1.259 Fahrten aus, was einem Anteil von 3,3 Prozent entspricht. Die Ursachen dafür sind vielfältig: Probleme an der Infrastruktur, technische Störungen an Fahrzeugen, betriebliche Herausforderungen sowie externe Ereignisse. Hinzu kam im September eine zusätzliche Belastung der Strecken durch den Umleitungsverkehr von Güterzügen infolge der Sperre der Bahnstrecke über Tarvis. Auch Streckensperren auf anderen Bahnlinien und die Zunahme des Güterverkehrs auf der Brennerachse wirken sich auf den Bahnverkehr in Südtirol aus. Rund 80 Prozent der Züge verkehren pünktlich, weitere zehn Prozent weisen Verspätungen von weniger als zehn Minuten auf. Für Landesrat Alfreider reicht das jedoch nicht aus: "Wir kennen diese Zahlen und sind damit nicht zufrieden. Es reicht nicht, auf die Schwierigkeiten hinzuweisen. Wer täglich mit dem Zug unterwegs ist, muss sich auf den Dienst verlassen können. Deshalb verlangen wir von allen Beteiligten konkrete Lösungen."
Der Landesmobilitätsplan 2035 sieht Investitionen von rund zwei Milliarden Euro vor. Mit den Investitionen sollen die Bahninfrastruktur modernisiert, die Landesteile besser angebunden und mehr Menschen für den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel gewonnen werden. Zahlreiche Bauvorhaben sind bereits im Gange. Sie sind für die langfristige Entwicklung des Bahnverkehrs notwendig, können derzeit jedoch Einschränkungen im Betrieb verursachen.
Zu den nächsten Schritten zählen Gespräche mit RFI zum Fahrplan auf der Strecke Bozen–Meran, der Einsatz von Fachleuten des Herstellers Alstom in Mals sowie eine engere Abstimmung von Infrastruktur- und Instandhaltungsarbeiten. Oberste Priorität hat dabei die Verbesserung der Information der Fahrgäste, insbesondere bei Verspätungen und Ausfällen. Darüber hinaus stehen ausreichende Personalkapazitäten und verlässlichere Betriebsabläufe im Fokus.
"Nicht alles lässt sich von heute auf morgen lösen. Aber jeder Partner kennt seine Verantwortung. Entscheidend ist, dass wir gemeinsam handeln und die Menschen schrittweise Verbesserungen bei Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit spüren", so Alfreider.
Für RFI erläuterte der Verantwortliche für Verkehrsmanagement und Fahrplanung im Bereich Verona, Giuseppe D’Annunzio, die laufenden und geplanten Infrastrukturmaßnahmen auf den für Südtirol relevanten Bahnstrecken. Dabei verwies er auch auf die positive Resonanz hinsichtlich der ausgebauten Dienstleistungen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität und der verbesserten Barrierefreiheit.
Der Generaldirektor der STA, Joachim Dejaco, unterstrich die Bedeutung der in den vergangenen Jahren umgesetzten Elektrifizierung der Vinschger Bahn. Roger Hopfinger, Regionaldirektor für Trentino-Südtirol von Trenitalia, verwies stellvertretend für die FS-Gruppe auf die Herausforderung, qualifiziertes Personal zu gewinnen. Bei einem Personalstand von rund 400 Mitarbeitenden werden derzeit 71 zusätzliche Mitarbeitende gesucht. Maurizio Chiusa, Abteilungsdirektor Bahn der SAD, erklärte, dass die Zahl der durch höhere Gewalt verursachten Störungen zunimmt und alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden müssten, um deren Auswirkungen zu begrenzen.
Deutlich geworden ist die Bereitschaft aller Beteiligten, die Zusammenarbeit weiter zu intensivieren, um trotz laufender Bauarbeiten für eine moderne Bahn langfristig ein immer qualitativ hochwertigeres Angebot sicherzustellen.
gm/kat
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- Roger Hopfinger, Regionaldirektor von Trenitalia für Trentino-Südtirol, verwies auf die Herausforderung, qualifiziertes Personal zu finden. Derzeit werden bei einem Personalstand von rund 400 Beschäftigten 71 zusätzliche Mitarbeitende gesucht. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 2 MB]
- Maurizio Chiusa, Abteilungsdirektor Bahn von SAD, hob hervor, dass Ereignisse höherer Gewalt zunehmend zu Beeinträchtigungen im Bahnbetrieb führen. Umso wichtiger sei es, alle Möglichkeiten zu nutzen, um die Auswirkungen auf die Fahrgäste möglichst gering zu halten. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 2 MB]
- Giuseppe D’Annunzio, Verantwortlicher für Verkehrsmanagement und Fahrplanung von RFI im Bereich Verona, stellte die laufenden und geplanten Infrastrukturmaßnahmen auf den für Südtirol relevanten Bahnstrecken vor. Dabei verwies er auf die kontinuierliche Aufrechterhaltung des Bahnverkehrs während der Arbeiten sowie auf die positive Resonanz auf die erweiterten Angebote für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 2 MB]
- "Wer täglich mit dem Zug unterwegs ist, muss sich auf den Dienst verlassen können. Deshalb verlangen wir von allen Beteiligten konkrete Lösungen", betonte Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider. Oberste Priorität habe dabei die Verbesserung der Fahrgastinformation. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 2 MB]
- Alle Beteiligten bekräftigten ihre Bereitschaft, die Zusammenarbeit weiter zu intensivieren, um die Qualität des Bahnverkehrs in den kommenden Jahren schrittweise zu verbessern. Auf dem Foto von links: STA-Generaldirektor Joachim Dejaco, Ressortdirektor Martin Vallazza, Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider, der Regionaldirektor Trentino-Südtirol von Trenitalia, Roger Hopfinger, der Direktor der Bahnsparte von SAD, Maurizio Chiusa, sowie der Verantwortliche für Verkehrsmanagement und Fahrplanung von RFI im Bereich Verona, Giuseppe D’Annunzio. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 3 MB]
- Laut Daten von RFI sind 88 Prozent der Züge in Südtirol pünktlich. Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider (im Bild Zweiter von links) betonte die Bedeutung der Verantwortung aller Beteiligten gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern, um den Bahndienst weiter zu verbessern. Auf dem Foto von links: Ressortdirektor Martin Vallazza, Landesrat Alfreider, der Regionaldirektor Trentino-Südtirol von Trenitalia, Roger Hopfinger, sowie der Abteilungsdirektor Bahn SAD, Maurizio Chiusa. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 2 MB]
- Zahlen, Investitionen, Ursachen und Maßnahmen zu Verspätungen und Zugausfällen sowie laufende und geplante Infrastrukturarbeiten standen im Mittelpunkt einer Pressekonferenz zur aktuellen Situation des Bahnverkehrs in Südtirol. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 2 MB]
- Joachim Dejaco, Generaldirektor der STA, unterstrich die Bedeutung der in den vergangenen Jahren erfolgten Elektrifizierung der Vinschger Bahn. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 3 MB]






