5. November: Zeitgeschichte im Blick

29.10.2026, 11:31

Abendveranstaltung des Landesarchivs und des Tiroler Geschichtsvereins zum Tag der Zeitgeschichte – Archäologie, historische Fotografie, Heimatschutzbewegungen und Geschichtsrevisionismus im Fokus

Sisto Sisti (1906–1981), Angestellter des Montecatini-Werks und autodidaktischer Fotograf, hinterließ über 13.000 Bilder, die heute im Landesarchiv Bozen aufbewahrt werden. Sisti porträtierte nicht nur die Fabrik und die Arbeit im Werk, sondern verschiedenste Aspekte des Lebens im Dorf und schuf so ein wertvolles Mosaik des Lebens tausender Arbeiter und ihrer Familien. (Foto: Sisto Sisti, Fotoarchiv des Südtiroler Landesarchivs)
Sisto Sisti (1906–1981), Angestellter des Montecatini-Werks und autodidaktischer Fotograf, hinterließ über 13.000 Bilder, die heute im Landesarchiv Bozen aufbewahrt werden. Sisti porträtierte nicht nur die Fabrik und die Arbeit im Werk, sondern verschiedenste Aspekte des Lebens im Dorf und schuf so ein wertvolles Mosaik des Lebens tausender Arbeiter und ihrer Familien. (Foto: Sisto Sisti, Fotoarchiv des Südtiroler Landesarchivs)

BOZEN (LPA). Alljährlich organisiert das Landesarchiv gemeinsam mit dem Tiroler Geschichtsverein Bozen einen der Zeitgeschichte gewidmeten Abend. In diesem Jahr mit der Vorstellung von drei Projektberichten und einem runden Tisch mehrere Themen angesprochen. Bei der Abendveranstaltung

am Donnerstag, 5. November

um 17 Uhr

im Ansitz Rottenbuch,

Armando-Diaz-Straße 8 in Bozen

wird Landeskonservatorin Karin Dalla Torre einleitende Grußworte sprechen. Anschließend berichtet der Archäologe und Kurator Günther Kaufmann über das Projekt „Under propoaganda. Archäologie zwischen Krieg und Frieden“, das im Südtiroler Archäologiemuseum noch bis November 2027 zu sehen ist. Die Journalistin Caterina Longo informiert über das Schaffen von Sisto Sisti und dessen Werk „Microcosmo Sinigo“, bei dem Leben und Arbeiten im Chemiewerk und in der Werksiedlung der Montecatini in Sinich bei Meran in den Jahren 1935 bis 1950 fotografisch festgehalten wurde. Die Zeithistorikerin Andrea Sommerauer (Innsbruck) und der Ethnologe Reinhard Bodner (Klagenfurt) berichten über ihr Forschungsprojekt "Pflegefall Heimat", bei dem sie sich mit der Geschichte der Heimatschutzbewegungen in Tirol und Südtirol von 1900 bis in die 1960er Jahre befassen werden. Moderiert wird dieser Teil vom Direktor des Landesarchivs, Gustav Pfeifer.

Günther Pallaver diskutiert anschließend bei einem runden Tisch mit Marcello Bonazza (Trient), Klara Rieder (Bruneck), Horst Schreiber (Innsbruck) und Lorenzo Vianini (Bozen) darüber, ob es einen schleichenden Geschichtsrevisionismus im Land gibt.

Die Veranstaltung ist allen Interessierten frei und ohne Anmeldung zugänglich.

ck